Sonderbare Zeit

 

Es ist schon eine sonderbare Zeit, in der wir momentan leben. Eigentlich sind wir doch von Natur aus gesellige Wesen und begegnen dem Gegenüber in freundlicher und zugänglicher Weise - doch seit 5 Monaten wird uns eingetrichtert, dass von unseren Mitmenschen Gefahr ausgeht! Die Gefahr der Ansteckung mit einer möglicherweise tödlich verlaufenden Krankheit.

 

Was das mit uns als gesellige Menschen macht, werden wir wohl erst in den nächsten Jahren klar sehen können. Sehr klar sehen können wir aber schon jetzt, was diese Krise mit dem BPH Weiz macht.

 

Das Haus ist nicht wieder zu erkennen. Wir haben in den letzten beiden Jahrzehnten so viel an Aktivität und Erlebnis im Haus aufgebaut, das alles kann jetzt nur sehr eingeschränkt stattfinden. Es gibt keine Feste und Feiern in großer Runde, keine Auftritte von Musikgruppen, keine Ausstellungseröffnungen und leider auch keine Ausflüge in unsere schöne Umgebung. Vieles, was das Leben im BPH Weiz so lebenswert gemacht hat, ist jetzt auf einmal ein Risikofaktor und darfdaher nicht sein.

 

Jede Woche müssen wir beurteilen, wie hoch das Risiko ist, dass das Virus ins Haus getragen wird und wie wahrscheinlich es ist, dass wir den Betrieb bei MA-Ausfällen weiter bewirtschaften können. Nach den Ergebnissen dieser Risikoanalyse entscheiden wir über den Grad der Öffnung des Hauses, die Verwendung von Schutzausrüstung und beispielsweise auch über die Besuchsregelung. In der aktuellen Situation (keine Infektionen im Haus, immer wieder Neuinfektionen im Bezirk) befinden wir uns im Ampel-Status „GELB“, was sich aber natürlich jederzeit in ORANGE (Verdachtsfälle im Haus oder Quarantänemaßnahmen) oder ROT (Infektion im Haus) verändern kann. Wir hoffen aber, dass die nächste Farbveränderung in Richtung GRÜN (keine Neuinfektionen im Bezirk) geht, was dann bedeuten würde, dass wir die Schutzausrüstung bis auf die Maske ablegen und Besuche im Haus ermöglichen können.

 

Es ist sicher nicht für alle Beteiligten klar nachvollziehbar, warum welche Maßnahme von uns ergriffen wird. Die Maßnahmen unterscheiden sich auch deutlich bei den verschiedenen Pflegeheimen. Dahinter steht aber immer  - bzw. zumindest bei uns  - eine konkrete Risikobeurteilung und eine festgelegte Vorgehensweise, die auf das Wohl und die Gesundheit der Bewohnerinnen und Bewohner, der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter genauso abzielt, wie auf das Interesse des Betreibers, dass jederzeit sichergestellt ist, dass der Betrieb im Falle von Infektionen unterbrechungsfrei fortgeführt werden kann.

 

Immer wieder haben wir in unseren Aushängen und Verlautbarungen um Verständnis gebeten  - hier möchte ich mich auch für das bisher aufgebrachte Verständnis ausdrücklich bedanken!

 

Wir müssen alle aufpassen, dass wir uns nicht mit der Zeit zu angsterfüllten Wesen entwickeln, die sich nicht mehr raus trauen und das Gegenüber sorgenvoll im Bezug auf Symptome abchecken, sondern weiter zuversichtlich und vertrauensvoll in die Zukunft blicken.

 

 

 

Ihr Heimleiter
Markus Gruber

 

 

 


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