Kollektivvertragsverhandlungen

Wir streiken !!!

Die jährlichen Kollektivvertragsverhandlungen fördern in vielen Branchen immer wieder dieses letzte Druckmittel der Arbeitnehmerseite zu Tage. Leider ist dies nun auch in den Kollektivvertragsverhandlungen der Gesundheits- und Sozialwirtschaft Österreich geschehen.

Grundsätzlich kann ich die Argumente beider Seiten verstehen und sehr gut nachvollziehen:

Arbeitnehmerseite: die enormen Belastungen in den Pflegeberufen sind bekannt und daher sind die Forderungen von entsprechenden Entlastungsmaßnahmen (Reduktion der Arbeitszeit, zusätzlicher Urlaubstag, etc.) einerseits und Maßnahmen, um die Pflegeberufe zu attraktivieren (z.B. bessere Entlohnung) andererseits durchaus nachvollziehbar.

Arbeitgeberseite: man muss festhalten, dass die zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel, die angestrebten Verbesserungen kaum zulassen. So bilden sich deutlich höhere Lohnabschlüsse nicht in den Tarifen ab, die wiederum von den Ländern vorgegeben werden. Ebenso bedeutet eine Reduktion der Arbeitszeit von 38h auf 35h nicht nur eine Erhöhung der Kosten, sondern es wären ca. 8% mehr an Pflege- und Betreuungspersonen  erforderlich, um die erforderliche Arbeitsleistung abzudecken – Personal, das bereits heute in vielen Regionen massiv fehlt.

Das Ganze sieht nach einer Patt-Stellung aus, die schwer zu lösen sein wird. Ob ein Streik das probate Mittel dazu sein kann, ist schwer vorstellbar. Er erzeugt nämlich Leid auf allen Ebenen.

Leid bei jenen die die Betreuung brauchen und nicht (vollumfänglich) bekommen, obwohl beteuert wird, dass die zu betreuenden Menschen es nicht spüren werden. Aber es bringt ja nichts, wenn nur die streiken, die gerade frei haben;

Leid bei jenen, die gerne eine für alle zufriedenstellende Leistung abliefern möchten. Menschen, die sich für den Pflegebereich als Beruf entscheiden, möchten den von ihnen betreuten Menschen das Leben so angenehm wie möglich machen und sich selbst am Abend im Spiegel anschauen im Wissen, einen guten Job gemacht zu haben;

Leid bei den Verhandlungspartnern, denn jede einseitige Maßnahme erzeugt neben Druck auch nachhaltige Wunden, die bei Verhandlungen in der Zukunft wieder aufbrechen könnten.

Ich meine, dass alle zurück an den Verhandlungstisch müssen und in fairen Gesprächen auf Augenhöhe einen tragfähigen Kompromiss ausverhandeln, und das im Bewusstsein um die Verantwortung für das Große Ganze.

Im Bezirkspflegeheim Weiz streikt niemand. Wir unterliegen ja nicht diesem Kollektivvertrag und sind damit nicht direkt von den Verhandlungen betroffen. Indirekt aber schon, da das Ergebnis mit Verspätung in den nächsten Jahren wohl auch bei uns zum Thema werden wird und uns die selben Auswirkungen und Probleme treffen werden.

 

Ihr Heimleiter Dir. Markus Gruber

Gut Ding braucht Weile!

Nationale Qualitätszertifikat

Jeder kennt diese uralte Weisheit. Sie trägt seit jeher viel Wahres und auch für heute Aktuelles in sich. Sie ruft zur Entschleunigung auf!

Die Welt um uns herum entwickelt sich immer schneller weiter. Es wird immer schwerer, dabei mitzuhalten.
Dadurch wirkt Vieles auf uns auch teilweise verwirrend und fremd. Und genau da kommt wieder diese alte Weisheit ins Spiel.

Vor etwa 10 Jahren wurde im Rahmen eines EU Projektes das Nationale Qualitätszertifikat für Altenpflegeeinrichtungen vom Sozialministerium ins Leben gerufen. Wir beobachteten die Entwicklung und begannen den Prozess dann im Jahr 2014 mit der Einführung des Qualitätsmanagement-Systems E-Qalin in unserem Haus. Nach der zweiten Selbstbewertung im Jahr 2017 bewarben wir uns schließlich heuer um dieses Nationale Qualitätszertifikat. Es freut mich, berichten zu können, dass wir die Kriterien dazu erfüllen und das Zertifikat mit einer sehr hohen Punkteanzahl erreichen konnten. Einerseits ist dies Bestätigung der bisherigen Anstrengungen um eine qualitätsvolle Betreuung und auch Bestätigung für eine gute und überlegte Vorbereitung. Andererseits ist dies aber auch der Auftrag, mit den vielen Empfehlungen des Zertifizierungsteams zu arbeiten und so noch besser zu werden. Wir konnten mitverfolgen, dass einige Häuser schon an der Bewerbung um das NQZ gescheitert sind, mit guter Vorbereitung ist es aber erreichbar. Wir sind nun das 12. Pflegeheim in der Steiermark mit dieser Auszeichnung.

Ein gute Weile Zeit lassen werden wir uns auch mit der Planung der Vergrößerung des Hauses. Nach zähen Verhandlungen und etlichen Terminen in Graz ist es gelungen, für unser Haus eine Erweiterung der Betreuungsplätze genehmigt zu bekommen. Es geht konkret um 40 Plätze, die neu errichtet werden müssen. Unser Hauptfokus in der Projektentwicklung ist die Erhaltung der hohen Betreuungsqualität und das Ermöglichen einer guten Work-Life-Balance für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Eine ganze Reihe von Problemstellungen sind hierbei zu überdenken und zu bearbeiten - dafür werden wir uns ausreichend Zeit nehmen. Als grobes zeitliches Gerüst dient uns die Annahme, dass frühestens im Jahr 2021 mit Bauarbeiten begonnen werden wird. Eine interne Projektgruppe wird die Projektierung gemeinsam mit einem externen Projektentwickler vorantreiben.

Zum bevorstehenden Jahresende wünsche ich allen Bewohnerinnen und Bewohnern, allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, unseren Ehrenamtlichen Helferinnen, allen externen Partnern und nicht zuletzt allen Leserinnen und Lesern von „daHeim“ eine schöne, entspannte Adventszeit, ein frohes Weihnachtsfest und ein tolles und erfülltes neues Jahr 2019!

 

Ihr Heimleiter Dir. Gruber Markus


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