Jin Shin Jyutsu
Jin Shin Jyutsu – auch als Strömen bekannt - ist eine ganzheitliche Herangehensweise, um sich selbst kennen und helfen zu lernen. Jahrhundertelang wurde diese Praktik mündlich von Generation zu Generation in Japan weitergegeben, wobei der Kernansatz zur gesundheitsförderlichen Körperarbeit gleich geblieben ist.
Die Praxis des Jin Shin Jyutsu (= JSJ) bedeutet zentral eine Hinführung und begleitende Unterstützung zur Harmonisierung der Lebensenergie und zum Lösen von mentalen, seelischen und körperlichen Spannungen und Stressen. Die Energie ist wie ein Fluss, der unaufhörlich „strömt“ und in bestimmten Bahnen durch den Körper fließt. Das Strömen ist eine Körperarbeit, die an 26 unterschiedlichen Stellen am Körper (siehe nachfolgende Abbildung), den so genannten Sicherheits-Energieschlössern (= SES), ansetzt. Sämtliche Körperfunktionen können über diese SES aktiviert und unterstützt werden. Durch sie können wir, uns selbst und anderen helfen, gesund, glücklich und jung zu bleiben. Auch die Hände, Finger, Füße und Zehen haben eine spezielle Bedeutung im JSJ und sind eine einfache und effektive Unterstützung zur Behebung von Spannungen und Stressen. Die SES werden je nach Befindlichkeit des Menschen in bestimmter Art und Reihenfolge gehalten.
Das Halten an einzelnen Körperzonen ist an sich nichts Neuartiges, doch das Wissen über die Auswirkung von dem gezielten und einer speziellen Abfolge durchgeführten Halten erhöht die Wirksamkeit dieser Körperarbeit. Beispielsweise stützen wir beim Nachdenken den Kopf in die Hand (SES 21). Versuchen wir uns zu erinnern, fassen wir mit der Hand an die Stirn (SES 20). Haben wir Schmerzen, fassen unsere Hände an die betroffene Stelle und helfen, den Schmerz zu lindern.
Wer um die Bedeutung dieser „scheinbar zufälligen Gesten“ weiß, erkennt das energetische Bedürfnis und weiß sich schnell zu helfen.
JSJ ist eine Verbindung von Lebensphilosophie und praktischer Geist-Seele-Körper-Arbeit, die Ausgeglichenheit in das Energiesystem des Körpers bringt und dadurch das Wohlbefinden im ganzheitlichen Sinne fördert. JSJ kann sowohl als Selbsthilfe angewendet werden, als auch durch eine ausgebildete Praktikerin oder einem Praktiker.
Einsatzmöglichkeiten:
- als Erste Hilfe,
- bei akuten Beschwerden (Schmerzen, Verletzungen, Insektenstichen, Schwellungen …),
- setzt Heilungsprozesse in Gang,
- bringt Vitalität,
- beugt Krankheiten vor,
- vermittelt Unterstützung bei allen anderen therapeutischen Maßnahmen,
- hilft abzuschalten und zu entspannen,
- stärkt das Selbstbewusstsein und
- erhöht die Konzentration und die Merkfähigkeit.
Siehe dazu auch allgemeine Informationen unter www.jsj.at oder www.jinshinjyutsu.de oder www.jinshinjyutsu.com .
Wir wenden JSJ täglich bei den Bewohnerinnen und Bewohnern an. Es werden hier jeweils Beispiele gezielter Anwendung von JSJ mit den entsprechenden Auswirkungen angeführt.
- Bei Aktivitäten des täglichen Lebens (= ATL) „Unterstützung/Hilfestellung beim Essen und Trinken“: Halten z.B. der SES 19 bzw. SES 1 oder SES 26 je nach Notwendigkeit und Unterstützungsbedarf. à Schluckbeschwerden bessern sich deutlich, Essen und Trinken fällt leichter, selteneres Verschlucken ist zu beobachten und wird in den Evaluierungen dokumentiert.
- Bei ATL „Unterstützung bei der Grundpflege“: Halten z.B. der SES 10 mit SES 1 oder SES 4 mit SES 22 oder andere je nach Pflegeplanung und Krankheitsbild und Bedarf des Bewohners oder der Bewohnerin. à Entspannung der Muskulatur, mehr Wachheit und damit mehr Selbständigkeit sind möglich, eine Schmerzlinderung wird von dem Bewohner oder der Bewohnerin auf die je mögliche Weise kommuniziert (z.B. entspannter Muskeltonus, entspannte Mimik, oder Äußerungen).
- Bei ATL „Mobilisation“: Halten z.B. von SES 1 mit SES 19 oder SES 1 mit SES 7. à Kreislauf stabilisieren, Boden spüren und besser geerdet sein. Dadurch wird ein sichereres Aufstehen und Gehen möglich, eine bessere Rumpfstabilität erreicht.
- Bei ATL „Sicherheit (Bsp.: Einschlaf- und Durchschlafschwierigkeiten)“: Halten z.B. von Scheitel mit SES 22/11/Daumen oder SES 4 mit SES 20/8 à Der Bewohner oder die Bewohnerin benötigt weniger zusätzliche Medikation und kann beruhigt einschlafen.
- Bei ATL „Atmung“ (Bsp.: Atemnot bzw. Atemprobleme): Halten z.B. von SES hohe 19 mit SES 1. à Erleichterung der Atmung, Durchatmen wird wieder möglich. Eine Atemstabilität ist festzustellen und wird vom Bewohner oder der Bewohnerin artikuliert.
- Im Rahmen der Palliativpflege: Halten z.B. von SES 4 mit SES 18/19/22 oder Zentralstrom à fördert Entspannung und die Möglichkeit des Loslassens.
- Bei Krankheitsbildern wie Demenz mit vermehrtem Bewegungsdrang und Aufmerksamkeitszwang: Halten z.B. des Scheitels mit SES 18, SES 22, Daumen oder Zentralstrom, Finger/Zehenstrom. à Eine geistige Beruhigung tritt ein, was sich förderlich (im Sinne von beruhigend) auf die motorischen Aktivitäten auswirkt.
- Individuelle Strömungsabläufe für einzelne Bewohnerinnen und Bewohner werden erstellt, dazu auch die entsprechende Pflegeplanung mit der regelmäßigen Evaluation durch die DGKS und JSJ-Praktikerin. Die Anwendung wird auch im Durchführungsnachweis dokumentiert, und die Beobachtung der Wirkung im Berichtswesen festgehalten.
- Die Bewohnerinnen und Bewohner werden angehalten, sich auch selbst zu strömen (z. B. Halten von SES oder der eigenen Finger) und tun dies auch gerne über den ganzen Tag verteilt. Dies wird mittlerweile auch von Angehörigen gerne angenommen.
