Misstände in Pflegeheimen

Bericht der Volksanwaltschaft

 

In diesen Tagen ist wieder die ganze Pflegebranche in heller Aufregung, da die Volksanwaltschaft
nach ihren eigenen
Angaben gravierende Mängel „in den Pflegeheimen“ aufgedeckt hat.

Eines vorweg: Auch wir wurden kontrolliert, es wurden keine Mängel festgestellt und
größtes Lob ausgesprochen!

Dies wurde in der ZIB2 und in der Zeitung aber nicht erwähnt und es werden wieder alle
Pflegeheime in einen Topf geworfen und darüber mit Wonne der Schmutzkübel geleert. Natürlich
ist uns bewusst, dass es in der Branche schwarze Schafe gibt - wie überall. Nur fehlt leider die
Berichterstattung über die vielen guten Beispiele von würdevoller und aufopfernder Begleitung
von Menschen in ihrer letzten Lebensphase.

Diese Negativberichte erscheinen in schöner Regelmäßigkeit, um nur ja nicht das Ansehen der
Altenbetreuung zu stark werden zu lassen. Denn dann wäre nämlich der Druck der Gesellschaft
auf die Politik so groß, dass Maßnahmen ergriffen werden müssten, um die Rahmenbedingungen
nachhaltig zu verbessern. Hier spielt die Volksanwaltschaft ungeniert den Komplizen der Politik,
sie ist ja auch aus Politikern zusammengesetzt.

Bei den Rahmenbedingungen wäre vieles zu ändern was aber Geld kosten würde - allein es fehlt
der Wille, dieses Geld auch aufzubringen. Geld um die Beschäftigten ordentlich zu entlohnen,
Geld um einen Personalstand zu schaffen, der die Betreuung in der Form ermöglicht, die sich diese
Generation des Wiederaufbaues, der wir so viel an Lebensstandard und Reichtum zu verdanken
haben, verdient hat.

Wenn die Volksanwaltschaft anprangert, dass Heimbewohner schon um 17 Uhr zur Nachtruhe ins
Bett gebracht werden, so vergisst man aus der Sichtweise des 50-60 jährigen aktiven Juristen völlig
darauf, dass ein Tag für eine 95 jährige Frau so anstrengend sein kann, dass es bereits um 17 Uhr
notwendig ist, sich zu erholen um auch den nächsten Tag wieder zu schaffen. Der Drang, den Abend
mit einem Spritzer in der Hand unter der Weinlaube ausklingen zu lassen, ist in diesem Alter vielleicht
nicht mehr so ausgeprägt. Das Angebot, auch später noch beim zu Bett gehen unterstützt zu werden,
wird jedenfalls gemacht.

„Heimbewohner werden ruhig gestellt“. Dazu ist nur eines zu sagen: Medikamente werden
ausschließlich auf Anordnung des Hausarztes aus therapeutischen Erwägungen verabreicht. Über
die Art und Weise des Einsatzes von Medikamenten entscheidet einzig und allein der Arzt. Wird ein
Medikament in wenigen Ausnahmefällen und nach aller sonst zur Verfügung stehenden Möglichkeiten
tatsächlich zur Ruhigstellung eingesetzt, so geschieht dies zur Vermeidung von Eigen– oder
Fremdgefährdung und es wird der Arzt und das Pflegeheim dabei von der Bewohnervertretung und
dem Gericht strengstens kontrolliert.

Pflegeheime werden mehrmals jährlich von 8 Stellen nach verschiedenen Gesichtspunkten meist
unangekündigt kontrolliert !

 

Ihr Heimleiter Markus Gruber


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