Misstände in Pflegeheimen

Bericht der Volksanwaltschaft

 

In diesen Tagen ist wieder die ganze Pflegebranche in heller Aufregung, da die Volksanwaltschaft
nach ihren eigenen
Angaben gravierende Mängel „in den Pflegeheimen“ aufgedeckt hat.

Eines vorweg: Auch wir wurden kontrolliert, es wurden keine Mängel festgestellt und
größtes Lob ausgesprochen!

Dies wurde in der ZIB2 und in der Zeitung aber nicht erwähnt und es werden wieder alle
Pflegeheime in einen Topf geworfen und darüber mit Wonne der Schmutzkübel geleert. Natürlich
ist uns bewusst, dass es in der Branche schwarze Schafe gibt - wie überall. Nur fehlt leider die
Berichterstattung über die vielen guten Beispiele von würdevoller und aufopfernder Begleitung
von Menschen in ihrer letzten Lebensphase.

Diese Negativberichte erscheinen in schöner Regelmäßigkeit, um nur ja nicht das Ansehen der
Altenbetreuung zu stark werden zu lassen. Denn dann wäre nämlich der Druck der Gesellschaft
auf die Politik so groß, dass Maßnahmen ergriffen werden müssten, um die Rahmenbedingungen
nachhaltig zu verbessern. Hier spielt die Volksanwaltschaft ungeniert den Komplizen der Politik,
sie ist ja auch aus Politikern zusammengesetzt.

Bei den Rahmenbedingungen wäre vieles zu ändern was aber Geld kosten würde - allein es fehlt
der Wille, dieses Geld auch aufzubringen. Geld um die Beschäftigten ordentlich zu entlohnen,
Geld um einen Personalstand zu schaffen, der die Betreuung in der Form ermöglicht, die sich diese
Generation des Wiederaufbaues, der wir so viel an Lebensstandard und Reichtum zu verdanken
haben, verdient hat.

Wenn die Volksanwaltschaft anprangert, dass Heimbewohner schon um 17 Uhr zur Nachtruhe ins
Bett gebracht werden, so vergisst man aus der Sichtweise des 50-60 jährigen aktiven Juristen völlig
darauf, dass ein Tag für eine 95 jährige Frau so anstrengend sein kann, dass es bereits um 17 Uhr
notwendig ist, sich zu erholen um auch den nächsten Tag wieder zu schaffen. Der Drang, den Abend
mit einem Spritzer in der Hand unter der Weinlaube ausklingen zu lassen, ist in diesem Alter vielleicht
nicht mehr so ausgeprägt. Das Angebot, auch später noch beim zu Bett gehen unterstützt zu werden,
wird jedenfalls gemacht.

„Heimbewohner werden ruhig gestellt“. Dazu ist nur eines zu sagen: Medikamente werden
ausschließlich auf Anordnung des Hausarztes aus therapeutischen Erwägungen verabreicht. Über
die Art und Weise des Einsatzes von Medikamenten entscheidet einzig und allein der Arzt. Wird ein
Medikament in wenigen Ausnahmefällen und nach aller sonst zur Verfügung stehenden Möglichkeiten
tatsächlich zur Ruhigstellung eingesetzt, so geschieht dies zur Vermeidung von Eigen– oder
Fremdgefährdung und es wird der Arzt und das Pflegeheim dabei von der Bewohnervertretung und
dem Gericht strengstens kontrolliert.

Pflegeheime werden mehrmals jährlich von 8 Stellen nach verschiedenen Gesichtspunkten meist
unangekündigt kontrolliert !

 

Ihr Heimleiter Markus Gruber

Lob & Tadel ist wichtig!

Am Eingang zu unserer Galerie finden Sie einen Postkasten, der mit der Aufschrift

„Lob & Tadel, Wünsche, Anregungen, Beschwerden“ versehen ist. Dieser soll dazu

einladen, uns Ihre Beobachtungen mitzuteilen, wenn Sie dies nicht im persönlichen

Gespräch tun möchten.

Zu beobachten ist, dass dieser kaum genutzt wird. Seit Jahren öffne ich jeden Montag

diesen Postkasten und habe erst zwei mal tatsächlich eine Mitteilung darin vorgefunden.

Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich sagen, dass in Anbetracht der äußerst

geringen Beschwerde-zahlen alles in Ordnung ist. Nur ist dies in einem so großen

Betrieb gar nicht möglich. Unser ständiges Bestreben ist, uns zu immer besserer

Betreuungsqualität weiter zu ent-wickeln. Dazu sind Ihre Rück-meldungen für uns

äußerst wichtig.

Sehr viel Feedback erhalten wir informell in mündlicher Form. In den allermeisten Fällen

handelt es sich um Lob, worauf wir durchaus stolz sind. Wir freuen uns sehr darüber,

dass viele Dinge im Haus wahrgenommen werden, die gut laufen. Oftmals sind es

auch Rückmeldungen von Außenstehenden (Außen-dienstmitarbeitern von Firmen,

Prüforgane der Stellen die uns überwachen, usw.), die uns auch im Vergleich mit

anderen Einrichtungen positiv erleben. Auch darüber freuen wir uns sehr.

Das Wichtigste für uns bzw. das, was uns in unserer Weiterentwicklung unterstützt,

ist aber, wenn Dinge aufgezeigt werden, die nicht so gut laufen. Wenn wir darauf

aufmerksam gemacht werden, wo wir noch „Luft nach oben“ haben.

Wir versuchen laufend, diese Dinge zu lokalisieren, z.B. im kontinuierlichen

Verbesserungsprozess, der Teil unseres Qualitätsmanagements ist.

Wir sind bestrebt, ein Klima zu schaffen, dass die konstruktive Auseinandersetzung

mit Kritikpunkten ermöglicht. In unserem Haus braucht niemand zu befürchten,

dass der Überbringer von schlechten Nachrichten geköpft wird. Im Gegenteil, genau

diese Menschen sind es, die uns weiterbringen - egal ob Mitarbeiter/in, Bewohner/in,

Angehörige oder Netzwerkpartner.

Trauen Sie sich, Sie helfen uns!

Ihr Heimleiter Markus Gruber

Ein kurzer Baubericht

Gleich vorweg eine Entschuldigung: Ich habe das letzte Mal geschrieben, dass die

großen Stemmarbeiten beendet sind und nun wieder Ruhe einkehren wird.

Das war eine zu optimistische Betrachtung der Umbau-situation.

Die Auswirkungen auf den laufenden Betrieb und damit auf die Wohnsituation

unserer BewohnerInnen sind doch größer als erwartet.

Der Baufortschritt allerdings kann sich mittlerweile sehen lassen. Die Terrassen in

jedem Stockwerk sind soweit fertig gebaut, es fehlen nur noch die Sicherheitsgeländer.

Wir werden die Terrassen und auch den gesamten Essbereich Ost in jedem Stockwerk

noch vor Weihnachten wieder ungestört benutzen können.

Der neue große Aufzug an der Nordseite ist bereits in Betrieb. Auch der Küchenaufzug

ist fertiggestellt. Nun haben wir aber den größten Brocken in Arbeit: Der Gästeaufzug,

der vom Kellergeschoß bis ins 4. OG reichen wird, ist in Arbeit. Aufgrund der baulichen

Veränderungen haben wir aber hier eine Bauzeit von mind. 2 Monaten zu erwarten

und müssen uns somit bis Ende Jänner gedulden.

Im Inneren des 4. OG sehen wir bereits die Räume. In Vielen ist nur noch die abgehängte

Decke zu montieren womit sie dann maler-fertig sind. In einigen Räumen sind aber auch

noch Installationen anzubringen.

Alle Fenster sind montiert und das Dach ist fertig, womit nun die Montage der Photovoltaikanlage

und der thermischen Solaranlage bevorsteht.

Wir gehen derzeit davon aus, dass wir Ende Jänner 2017 mit den Reinigungsarbeiten und dem

Bezug des neuen Geschoßes beginnen können.

Ich möchte mich bei allen unseren Bewohn-erInnen und Bewohnern, bei den Angehörigen

und Freunden und bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern herzlich für das Verständnis

betreffend der Unannehmlichkeiten die so ein Umbau mit sich bringt, bedanken.

Ich wünsche Ihnen eine schöne Weihnachtszeit und alles Gute für das neue Jahr.

 

Ihr Heimleiter Markus Gruber

 

Langjährige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Wir leben in einer Zeit, wo alles schnell gehen muss. Nachrichten müssen 

in sekundenschnelle irgendwo auf der Welt ankommen, das Auto muss  

uns möglichst rasch von A nach B bringen, Partnerschaften werden als  

Lebensabschnitte angesehen und auch im Job sucht man immer wieder  

nach neuen Herausforderungen - wenn man „in“ sein will. In diesem  

Zusammenhang tut es richtig gut, wenn wir jedes Jahr unser Sommerfest  

zum Anlass nehmen, um jene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor den  

Vorhang zu holen, die sich diesem Trend erfolgreich widersetzen und seit

Jahrzehnten ihren Dienst in unserem Haus verrichten. Dies tun sie mit

Engagement, Umsicht und persönlichem Einsatz - sie zeigen uns, dass

die Arbeit, die sie verrichten, weniger Beruf sondern vielmehr Berufung ist.

Vielen Dank für die jahrzehntelange Treue zu unserem Betrieb!

 

Wie sieht‘s auf der Baustelle aus?

Die fleißigen Arbeiter der von uns beauftragten Firmen haben es nun

plangemäß geschafft, das Dachgeschoß größtenteils auszuräumen.

Das Einbringen des Bodenaufbaues wurde bereits begonnen. Die

meiste Stemmarbeit und damit Lärmbelästigung sollte damit erledigt sein -

Kleinigkeiten werden aber dennoch auch in Zukunft anfallen. Nicht

ganz im Plan sind wir hingegen im Bereich des Zubaus der Terrassen.

Das Fundament ruht über den Zuleitungen für Strom, Wasser, Fernwärme

und den Ableitungen von Regenwasser und Abwasser. Für den

Statikplaner und die Bauleitung war es eine zeitraubende und

herausfordernde Aufgabe, die Terrasse auf diesem Untergrund sicher

zu fundamentieren. Doch mittlerweile schreitet auch hier der Bau wieder

plangemäß voran. Der Bauzeitplan spricht von einer Fertigstellung im

Jänner 2017 - lassen wir uns überraschen...

Ihr Heimleiter
Markus Gruber

Informationen zum Ausbau

Zurzeit ist der bevorstehende Ausbau des bestehenden Dachgeschoßes
zu einem 4. Obergeschoß das bestimmende
Thema in meiner Arbeit.
Daher möchte ich auch hier kurz über den Stand der Planungs- und
Projektierungsarbeiten berichten.
Der Einreichplan wurde nach unzähligen Besprechungen vom Planungsbüro
Enthaler fertiggestellt und auch die
Bauverhandlung ist bereits problemlos
über die Bühne gegangen.
Nun wird eifrig an den Massenermittlungen gearbeitet - aber was genau ist
das? Wir als öffentlicher Bauherr sind lt.
Bundesvergabegesetz verpflichtet,
unsere Bautätigkeiten auszuschreiben und je nach Größe des Bauvorhabens
einen
unterschiedlichen Kreis von Firmen zur Angebotslegung einzuladen.
Dazu muss bereits jetzt genau festgelegt werden,
welche Materialien in
welcher Qualität und Anzahl verbaut werden sollen. Die Art und Weise, wie
die Materialien zum
Einsatz kommen, muss ebenfalls genau beschrieben
werden, um sicherzustellen, dass alle Firmen auf der gleichen Basis
kalkulieren können und um letztlich auch die gewünschte Qualität der
Bauausführung sicherzustellen.

Die Leistungsverzeichnisse zu den ersten Gewerken konnten letzte Woche
bereits an die Firmen versendet werden -
offen sind noch Tätigkeiten von
Firmen, die erst später im Verlauf des Projektes zum Einsatz kommen werden
(z.B. Bodenleger, Maler, …) Unter Einhaltung aller Fristen werden wir am
29. April die Angebote öffnen und wir werden
dann erstmalig einen schon
relativ genauen Überblick über die tatsächlich anfallenden Kosten für unser
Bauvorhaben erhalten.

Dies wird sicher ein spannender Tag an dem sich herausstellen wird, ob die
Kostenschätzungen auf denen wir die
Projektierung aufbauen, auch tatsächlich
halten werden.

Neben der Ausführungsplanung stellt im aktuellen Projektstadium auch die
Wahrung der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes
für die Arbeiter einen
wesentlichen Teil der Überlegungen dar. Ein spezieller „SIGE-Plan“
(Sicherheits– und Gesundheitsschutzplan) wurde bereits erstellt. Hier war die
große Herausforderung, mit möglichst wenig Auswirkung auf den Heimbetrieb
die Arbeiter vor Abstürzen zu schützen. Unter Abwägung aller Argumente
werden wir leider nicht umhin kommen, das ganze Haus mit einem Gerüst
zu versehen. Eine Absturzsicherung lediglich als „Dachkranz“ ist leider unter
Einhaltung aller Sicherheitsvorschriften nicht realisierbar.

Natürlich ist uns klar, dass mit dieser Maßnahme alle BewohnerInnen des
Hauses von den Bauarbeiten betroffen sein werden - wenn auch teilweise
„nur“ durch eine einge-schränkte Aussicht durch das Gerüst. Die Sicherheit
auf der Baustelle muss uns das allerdings wert sein. Und letztlich werden wir ja
auch alle von den Um– und Zubauten profitieren (Terassen in allen Geschoßen,
ein zusätzlicher Aufzug, …)

Wenn Sie Näheres zum Bau wissen möchten bzw. die Pläne einsehen möchten,
dann scheuen Sie sich nicht, mich einfach darauf anzusprechen.

 

Ihr Heimleiter
Markus Gruber

Mit Optimismus in die Zukunft sehen

Mit Optimismus in die Zukunft sehen

Vor wenigen Wochen war in der Ö3-Sendung „Frühstück bei mir“
ein gewisser Herr Dr. Harry Gatterer bei Claudia Stöckl zu Gast.
Er ist Zukunftsforscher, Trendforscher und Leiter des
österreichischen Zukunftsinstituts.  Wenn auch die Prognosen
seines Institutes manchmal verspätet oder verfrüht und manchmal
gar nicht eintreten (die Zukunft lässt sich halt nicht so leicht
vorhersagen), so hat mich doch eine Aussage von ihm besonders 
beeindruckt. Auf die Frage von Frau Stöckl „Was können Sie
unseren Hörern für die Zukunft als Ratschlag mitgeben?“
sagte er sinngemäß:
 
Die Menschen müssen mehr die Fakten sehen und nicht so
sehr das Gefühl, das über die Medien vermittelt wird.
Den Österreichern geht es durchschnittlich so gut wie noch
nie und es gab noch nie in der aufgezeichneten Geschichte
eine Zeit mit weniger kriegerischen Auseinandersetzungen
auf dem Planeten.
DAHER KÖNNEN WIR DURCHAUS OPTIMISTISCH DIE ZUKUNFT
ERWARTEN.“
 
Wenn wir  heute die Zeitung aufschlagen und von Krieg, Terror
und Flüchtlingsbewegungen lesen müssen, so fällt es mitunter
schwer, optimistisch zu sein. Das gab es aber schon immer und
oft in viel größeren Dimensionen, nur war der Zugang zu
Informationen darüber noch nie so einfach wie heute…
 
Ich denke wir sollten uns den Ratschlag von Harry Gatterer
durchaus zu Herzen nehmen. Optimistisch dürfen wir in ein neues
Jahr gehen, das uns im BPH Weiz wieder eine größere Baustelle
bringen wird. Das Dach-geschoß wird abgetragen und daraus ein
4. Obergeschoß aufgebaut. Die bestehenden Personalräume
werden um 9 Bewohnerzimmer und den zugehörigen Neben-
räumen ergänzt und so die gesamte Geschoßfläche genutzt.
Für alle angenehm spürbar wird der Terrassenaufbau an der
Ostseite und der 3. Lift an der Nordseite des Hauses sein.
Die bestehenden Lifte werden ebenfalls erneuert und
wieder auf einen aktuellen Stand der Technik gebracht, um
Ausfälle zu vermeiden.
 
Die Nutzung der Sonnenenergie wird ein Fixpunkt im
Erneuerungsplan sein. Die bestehende Thermische Solaranlage
zur Heizung von Gebäude und Wasser wird neu und etwas
größer aufgebaut und um eine große Photovoltaikanlage zur
Stromerzeugung ergänzt.
 
Es wird also im neuen Jahr wieder viel Interessantes zu sehen
geben, aber es wird kurzzeitig auch Phasen geben, wo wir in der
Nutzung der bestehenden Infrastruktur im Haus eingeschränkt
sein werden. Wir werden natürlich alles daran setzen, diese
Phasen so kurz wie möglich zu halten, trotzdem ersuche
ich Sie schon jetzt um Ihr Verständnis dafür.
Gemeinsam werden wir das BPH Weiz wieder ein Stück
fitter für die Zukunft machen.
 
Ihr Heimleiter
Markus Gruber

Vorschau auf 2016

Mehr als die Vergangenheit interessiert mich die Zukunft, denn in ihr gedenke ich zu leben.
(Albert Einstein) 

Dieser Ausspruch von Albert Einstein drängt sich mir besonders in der Zeit des
Jahreswechsels auf. Denn gerade hier ist der Blick weiter in die Zukunft gerichtet
als sonst. Gilt es doch, ein Jahr  in einem Budgetplan darzustellen und dabei
auch mittel– und langfristig die Richtung vorzugeben.
 
Ich glaube, es ist uns für das nächste Jahr wieder gelungen, Notwendigkeiten zu
verwirklichen und dabei auch noch Mittel für Wünsche, die zur Verbesserung der
betrieblichen Organisation dienen, zu
berücksichtigen.
 
Notwendig ist die Erneuerung der Gartenlaube, die an der Grenze ihrer Nutzungs
-dauer angelangt ist. Dabei wird dort auch gleich der Boden neu befestigt.
Ebenfalls in die Kategorie Notwendigkeiten fällt die Beschaffung von einigen neuen
Betten und Matratzen, wo wir ja seit Jahren eine Umstellung auf Niederflur-Pflegebetten
betreiben. In Beratungen mit unserem Bettenlieferanten ist es nun gelungen, einige
spezielle Beobachtungen aus unserer Praxis in die Neuentwicklung eines solchen
Bettes einfließen zu lassen. Somit werden wir Betten bekommen, die speziell auf
unsere Praxisbedürfnisse hin produziert werden. Ein bisschen stolz dürfen wir auch
darauf sein, dass diese Entwicklung vom Produzenten in die Serienproduktion
übernommen wurde.
 
In die Rubrik Wünsche zur Organisationsverbesserung fällt das Projekt Schließanlage.
Dahinter verbirgt sich der Austausch sämtlicher Türschlösser und der Ersatz durch
elektronische Schlösser, die aber wiederum mit einem herkömmlichen Schlüssel zu
bedienen sein werden, welcher beim Einschieben in das Schloss soviel Strom
erzeugt, dass das Schloss ihn als zum Öffnen berechtigten Schlüssel erkennt.
Somit werden wir sehr variabel in der Verwaltung der Zutrittsberechtigungen sein und
wir werden darüber hinaus bei Schlüsselverlust kein Sicherheitsproblem haben, da die
Berechtigungen des verlorenen Schlüssels dann einfach gelöscht werden.
 
Daneben und neben vielen kleineren Anschaffungen wird das Leitprojekt des nächsten
Jahres aber sicherlich der Ausbau des Dachgeschoßes werden. Hier werden
Personalräume erweitert und 11 weitere Bewohnerzimmer entstehen. Über die genaue
Ausformung dieses Projektes werde ich aber erst in der nächsten Ausgabe berichten
können, wenn die Planung und die Finanzierungsverhandlungen abgeschlossen sind.
 
Somit wünsche ich Ihnen schon jetzt - obwohl es vom Gefühl her noch etwas früh ist -

eine schöne Adventszeit, ein frohes
Weihnachtsfest und alles Gute für das neue Jahr!
 

Ihr Heimleiter
Markus Gruber

Wie teuer ist ein Heimplatz?

Diese Frage wird oft gestellt und man kann sie von zwei Seiten her betrachten und völlig unterschiedlich beantworten.

Aus der Sichtweise von BewohnerInnen und Angehörigen sagen sicherlich die Meisten „Sehr teuer“, was auch stimmt, kostet ein Heimplatz doch zwischen 2000 und 4000 € im Monat. Für Vollzahler sind dies unbestritten enorme Summen, die kaum zu stemmen sind.

Aus der Sichtweise der öffentlichen Hand als Restkostenträger für fast 90% der Bewohner-Innen (für alle die sich den Heimplatz nicht aus Einkommen und/oder Vermögen leisten können) heißt die Antwort meist auch „Sehr teuer“, was das Seine dazu beiträgt, dass das Thema Altenpflege in den Köpfen der Bevölkerung als teuer und fast schon unleistbar verankert ist.

Die Ergebnisse einer groß angelegten Studie widerlegen nun aber diese einseitige Sichtweise.  An dieser interessanten Forschungsarbeit haben auch wir als Einrichtung teilgenommen. Ein Team der Wirtschaftsuniversität Wien rund um Dr. Christian Schober erforschte drei Fragen:

1. Welche Wirkung und welchen Nutzen entfalten die stationären Pflege-einrichtungen bei relevanten Gruppen, die mit Pflegeheimen in Kontakt stehen?

2. Lassen sich diese Wirkungen sinnvoll und valide messen und in Geld bewerten?

3. Welcher in Geld ausgedrückte Gesamt-nutzen ergibt sich aus einem in ein Pflegeheim investierten Euro?

Dabei wurde erforscht, welchen Nutzen bzw. Vorteil folgende Gruppen von einem Pflegeheim haben: Bewohner, Angehörige, Mitarbeiter, Ehrenamtliche, Krankenhäuser, Bund, Länder, Sozialversicherungsträger, AMS, Lieferanten, Ärzte, Eigentümer, Vermieter, Einsatz-organisationen, Praktikanten, Sachwalter und die allgemeine Bevölkerung. 

Es zeigte sich im Verlauf der Studie sehr rasch, dass aufgrund der von den Pflegeeinrichtungen gelieferten umfangreichen Daten und auch einer zufriedenstellenden Datenlage der anderen Bereiche eine sinnvolle Quantifizierung und auch Monetarisierung der erzielten Wirkungen möglich ist. Datengrundlage sind die Bilanzen und Rechnungsabschlüsse des Jahres 2013. 

In der Steiermark wurden in diesem Jahr 2013 insgesamt 459 Mio. € von Bewohnern, Ange-hörigen, der Bevölkerung, den SV-Trägern, dem Bund und den Ländern investiert. Die verschiedenen mit den Heimen in Verbindung stehenden Gruppen ziehen daraus in Summe einen Gesamtnutzen in Höhe von 1.354 Mio. €. In Relation gesetzt bedeutet das, das für jeden Euro der in eine stationäre Pflegeeinrichtung investiert wird, Wirkungen im Wert von fast  3 € erzielt werden.

In einer älteren Studie wurden die Wirkungen der mobilen Dienste erforscht und ähnlich beachtliche  Ergebnisse erzielt.

Das Fazit kann nun natürlich nicht sein, nach der Reihe neue Heime zu bauen und alle alten Leute dorthin zu schicken. Vielmehr müssen wir weiter an der Schaffung einer den Bedürfnissen der Menschen angepassten mehrstufigen Versorgungs– und Betreuungsstruktur arbeiten - aber nun in dem Bewusstsein, dass damit nicht Geld verbraten wird, sondern eine Menge an äußerst wichtigen gesellschaftlichen Wirkungen erzielt werden.

Nächstenliebe

Das Wort „Nächstenliebe“ stammt ursprünglich aus einem Gebot aus der Tora des
Judentums, die heute im Christlichen den 5 Büchern Mose im Alten Testament
entsprechen. Durch das Leben und Wirken Jesu Christi erlangte das Gebot der
Nächstenliebe auch im Christentum zentrale Bedeutung. Der „Nächste“ entspricht
vom Sinn her jedem Menschen in einer konkreten Notlage, es ist nicht zwingend eine
emotionale Sympathie die Voraussetzung für das Handeln.

 

Wir dürfen uns glücklich schätzen, viele
Menschen zu kennen, die im Sinn und
Gedanken der Nächstenliebe uneigennützig und helfend handeln. Ich denke an die
Mitarbeiter des Sozialdienstes vom Roten Kreuz, die Besuchs– und Begleitdienste
machen. Ich denke auch an den Sozialkreis der Caritas, die regelmäßig Besuche im
Haus dort machen, wo Angehörige nichtvorhanden sind oder durch weite Entfernung
oftmalige Besuche schwierig sind.

 

Ein herausragendes Beispiel persönlichen Engagements im Sinne der Nächstenliebe ist
aber auch die Aktivität von Fr. Friedrich, die zum Palmsonntag jedem Bewohner des
Hauses einen kleinen Palmbuschen
gebunden und geschenkt hat. Das sind
immerhin 105 Stück - und das schon über einige Jahre.

 

Der Besuch von Angehörigen, Freunden und Bekannten ist für die Heimbewohner ein
wesentlicher Anker für die Lebensqualität. Wir, die wir „Mitten im Leben“ stehen, einen
großen Kreis an Angehörigen, Bekannten und Freunden haben, können uns mit
unseren Freuden, Ängste, Sorgen und Nöten in ein engmaschiges soziales Netz fallen lassen.
Im hoch-betagten Alter wird dieses Netz aber natur-gegeben immer weitmaschiger und löchriger.
Kontaktpersonen sterben, die Mobilität und damit die Kontaktfrequenz schwindet, womit
auch ein Knoten um den anderen aus dem Netz verschwindet.

 

Und eben aus diesem Grund ist es so eminent wichtig, dass man auch im hochbetagten Alter
und in der Pflegebedürftigkeit noch jemanden hat, mit dem man seine Freuden, Ängste,
Sorgen und Nöte teilen kann. Dass diese mit zunehmendem Alter nicht weniger werden,
kann glaube ich jeder am eigenen Leib nachvollziehen.

 

Es gibt einige „ehemalige Angehörige“, wo die Heimbewohner schon verstorben sind, die
aber das Haus und die Menschen hier kennengelernt haben und aus Sympathie und
Nächstenliebe den Kontakt zu den im Haus lebenden Freunden und Bekannten über den
Tod des Angehörigen hinaus halten und pflegen, um das soziale Netz enger zu weben.

 

Um die vielen Freiwilligen auch für die Öffentlichkeit sichtbar zu machen, arbeiten wir an
einer Ehrenamt-Tafel, die dann in der Galerie im EG ständig sichtbar sein wird.

 

Allen Freiwilligen/Ehrenamtlichen sei herzlich gedankt! Sie leisten einen besonders wichtigen Dienst.

Investitionsvorschau 2015

Ich hoffe Sie hatten einen guten Start in das neue Jahr 2015, damit wir das gemeinsame Streben nach den besten Lösungen für unsere BewohnerInnen und MitarbeiterInnen wieder mit
frischer Kraft und neuem Mut beginnen können.

Was bringt nun dieses neue Jahr?

Damit wir unsere Betriebsausstattung verlässlich funktionierend halten
können, sind gleich eine Reihe von
Erneuerungen notwendig. So werden wieder Pflegebetten angeschafft, 
Wäschetrockner und Waschmaschine sind auch am Ende ihrer Nutzungszeit. Die Sauerstoffversorgung für Notfälle wird immer schwieriger über die
Krankenkassen zu organisieren, daher werden wir hier 2 Sauerstoff-konzentratoren anschaffen.

In der Küche haben wir vor etwa
9 Jahren einen neuen Boden in Form einer Epoxidharzbeschichtung auf-gebracht. Dieser ist nun aufgrund der starken Beanspruchung zu erneuern. Hier werden wir uns aller Voraussicht nach für einen PVC Belag ent-scheiden. Daher wird die Küche im Frühsommer für ein paar Tage nur
eingeschränkt in Betrieb sein, was sich mit einfachen, ohne viel Geräteeinsatz zuzubereitenden Menüs für Sie
bemerkbar machen wird. Dafür bitte ich um Verständnis.

Die weitaus größte Investition mit etwa 150.000 € Volumen wird aber die
Neugestaltung der Essbereiche in
allen Stockwerken sein. Hier sind wir in einer Projektgruppe bemüht, eine angenehme und gemütliche
Atmosphäre für unsere Bewohner-Innen zu schaffen und auch die vielen Interessen unserer MitarbeiterInnen durch ein hohes Maß an Funktionalität und Flexibilität zu befriedigen. Ein Spagat, der vielleicht nicht ganz leicht zu schaffen ist, aber mit genauer und umsichtiger Planung und intensiver Beratung machbar sein sollte.

Freuen Sie sich also wieder auf ein paar angenehme Veränderungen -
wir werden dabei unser Bestes geben!

Endspurt 2014

Diesmal kann ich über  ein  Bauprojekt  berichten,  das  im  Sommer in nahezu perfekter Art  und Weise umgesetzt wurde.

Der neue Mitarbeiter-Parkplatz wurde mit der Baubehörde und dem Planungsteam intensiv vorbereitet. Insbesondere war die Speicherung und Ableitung der auf dem Platz anfallenden Regenwässer eine spezielle Herausforderung im Hinblick auf die heurigen Starkregenereignisse in Weiz.

Im Planungsteam war auch bereits die Baufirma MARKO intensiv involviert, womit der Informationsfluss von der Behörde über den Bauherren zur ausführenden Firma gewährleistet war.

Daher war es nicht weiter verwunderlich, dass die Bauarbeiten sehr koordiniert und stressfrei abgelaufen sind. Ein großes Dankeschön an die Fa. MARKO, speziell Herrn Christoph Ochabauer und an die Firma Pichler Werke, speziell Herrn Peter Wiener.
neue parkplatz
Damit darf ich auch schon ein frohes Weihnachtsfest wünschen!

Ihr Heimleiter
Markus Gruber 

Da Winta is uma ...

„Der Winter is schon uma, i g‘freu mi auf‘n Summa…“ heißt es in einem bekannten Volkslied. Der heurige Winter war wirklich schon sehr früh „uma“. Anfangs waren alle noch etwas skeptisch, ob denn das schon alles war mit dem Winter, aber bei Temperaturen über 20°C im März gab es dann auch in der Natur kein Halten mehr. Alles sprießt und blüht auf—besonders in unserem Garten ist diese Pracht schon sehr schön zu beobachten.

Also: Bevor wir den Sommer auf uns zukommen lassen, genießen wir einmal einen prächtigen Frühling! Verbringen Sie so viel Zeit wie möglich im Freien! Es macht nicht nur Spaß, den Tieren zuzuschauen oder den üppigen Nachwuchs der Fische in unserem Teich zu begrüßen, sondern es ist auch gesund! Mit jeder Minute an der Sonne setzen Sie die Vitamin D Produktion in Ihrem Körper in Gang und unterstützen so Ihr Immun-system. Und die Bewegung dabei hat auch noch niemandem geschadet...

Neben all dem Genießen muss aber auch gearbeitet werden. Im Haus ist alles auf Schiene, der 2. Stock wird gerade
saniert, danach geht‘s gleich nahtlos im 3. Stock weiter. Böden werden neu gelegt und Wände werden neu gefärbelt.

Die Planung für den Um– und Zubau im Kellergeschoß (Umkleide u. Büro für das Küchenteam, Verabschiedungsraum) ist soweit fixiert, dass zur Zeit die Einreichunterlagen für die Baubewilligung vom Planungsbüro Enthaler erstellt werden.

Ende März wurde auch der Endbeschluss im Verfahren zur Änderung der Flächenwidmung unseres künftigen neuen Parkplatzes gefasst. Bis die Genehmigung vom Land Steiermark vorliegt, werden auch hier gerade die Planungs– und Ausschreibungsarbeiten vorange-trieben. Spätestens im Sommer sollte hier gebaut werden. Wie wir in der gestrigen Ausgabe der Weizer Zeitung lesen konnten, soll sich die Gemeinde Weiz an den Kosten dieses Projektes beteiligen — das wäre zwar schön, ist aber leider eine Falschmeldung.

Auch unser Büro werden wir neu gestalten. Ein zweiter Arbeitsplatz wird entstehen, an dem dann im Mai oder Juni eine neue zusätzliche
Mitarbeiterin im Büro ihren Dienst antreten wird.

Ihr Heimleiter
Markus Gruber

Forschungsstudie "Jin Shin Jyutsu in der Altenpflege"

Wir freuen uns über Ihr Interesse an den Entwicklungen in unserem Hause und dürfen Ihnen stolz über eine tolle Neuigkeit berichten:

Es ist uns wieder einmal gelungen, mit einer Innovation im Pflegebereich die Betreuungsqualität für unsere Bewohnerinnen und Bewohner um eine Facette zu bereichern. Jin Shin Jyutsu ist eine Art Energiearbeit. JSJ bringt Ausgeglichenheit in das Energiesystem unseres Körpers, fördert dadurch die Gesundheit und Wohlbefinden und stärkt die jedem von uns eigene, tiefgründige Selbstheilungskraft. Es ist eine wertvolle und bedeutende Ergänzung zu herkömmlichen Methoden, da es eine tiefe Entspannung bewirkt und die Auswirkungen von Stress mindert. Es ist eine sanfte Kunst, die ausgeübt wird, indem man die Fingerspitzen (über der Kleidung) auf bestimmte „Sicherheitsenergieschlösser“ legt, um so den Fluss der Energie zu harmonisieren und wiederherzustellen. Bestimmte Kombinationen der Energieschlösser zu halten kann uns seelisch, körperlich und geistig wieder ausbalancieren. Sowohl für diejenigen von uns, die unter Stress oder Gesundheitsstörungen leiden, als auch für die, die ganz einfach aktiv zur Aufrechterhaltung von Gesundheit, Harmonie und Wohlbefinden beitragen möchten, ist die Kunst des Jin Shin Jyutsu eine einfache und kraftvolle Methode, die jedem zur Verfügung steht.

Das Erlernen von Jin Shin Jyutsu führt uns zu Selbststudium und Selbsthilfe. Durch den Prozess des „Jetzt erkenne mich selbst“ werden wir uns der Weisheit unseres Körpers bewusst und lernen, seine Botschaften zu verstehen und sie zu nutzen, um das Gleichgewicht wieder herzustellen. Jin Shin Jyutsu kann sowohl als Selbsthilfe angewendet werden, als auch durch einen ausgebildeten Praktiker. (Auszüge aus „Jin Shin Jyutsu Physio Philosophy – Class Brochure 2013“)

Wie alles begann …

Im Rahmen eines betrieblichen Gesundheitsförderungsprojektes in den Jahren 2008 bis 2010 wurde von uns erhoben, welche zusätzlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten in unseren MitarbeiterInnen schlummern – und zwar solche, die nicht in der täglichen Dienstverrichtung gefragt sind.

Dabei trat zu Tage, dass eine Mitarbeiterin als Heilmasseurin mit dem Zusatzwissen der Dorn-Breuss Massage ausgebildet ist. Weiters ist das Wissen um die Klangschalenmassage vorhanden, eine Bachblüten-Beraterin ist beschäftigt und Ergotherapeutinnen sind zusätzlich in Cranio-Sacral Therapie und Scenar-Anwendung ausgebildet und beherrschen die Technik des Tapings.

All diese Gesundheitsangebote werden seither unseren MitarbeiterInnen kostenlos bzw. teilweise zum Materialkostenpreis angeboten. Die Dienstleisterinnen erbringen die Leistung in der Dienstzeit, die MitarbeiterInnen empfangen die Leistung in ihrer Freizeit – mit dem Wissen um die Wichtigkeit des Ausruhens und Erholens nach einer Behandlung.

Besonders Interessant erschien uns die Kunst des „Jin Shin Jyutsu“ – eine Mitarbeiterin ist als JSJ-Praktikerin ausgebildet. Diese Richtung verfolgten wir verstärkt auch mit dem Blick darauf, sie unseren Bewohnerinnen und Bewohnern zukommen zu lassen.

Die ersten Schritte

Durch die ersten Rückmeldungen von MitarbeiterInnen, die das Angebot JSJ in Anspruch genommen haben wurde rasch klar, dass diese Kunst in vielerlei Hinsicht Linderung von Beschwerden und Verbesserung im Befinden bringen kann. Es wurden die unterschiedlichsten „Themen“ bearbeitet, oft auch sehr alte Lasten und Probleme aufgearbeitet.

Gestärkt mit diesen Erfahrungen erarbeiteten wir für unsere BewohnerInnen einfache Griffe bei spezifischen, oft auftretenden Problemen. So wird z.B. von der Mitarbeiterin das SES 19 am Ellbogengelenk gehalten, während das Essen verbreicht wird. Damit werden Probleme beim Schlucken gemindert. Dies kann man vielfach im Haus beobachten, es fällt aber kaum auf, da es sozusagen nebenbei passiert. Ebenso verhält es sich bei einem lockeren Gespräch zwischendurch, wo man sich neben seinem Gesprächspartner hinsetzt und die eigene Hand auf Schulter, Nacken, Hände (Finger) oder Beine des Gegenüber platziert. Damit kann man leicht Entspannung herbeiführen und z.B. auch das Lösen von Problemen in Gang setzen. Mit dem Halten einer Hand während des Gespräches kann man auch über die Finger viele Punkte erreichen.

Instinktiv üben wir alle diese Kunst wie selbstverständlich aus. Wir halten die Stelle, die schmerzt. Wir legen die Finger an die Stirn, wenn wir uns zu erinnern versuchen oder angestrengt nachdenken. Wir falten die Hände beim Gebet.

Mit dem entsprechenden Wissen wird man in die Lage versetzt, diese reflexartigen Aktionen bewusst einzusetzen und die Steuerung selbst zu übernehmen. „Jin Shin Jyutsu“ bedeutet übersetzt „Die Kunst des Schöpfers ausgedrückt durch den wissenden und mitfühlenden Menschen“

Wissen ist Macht - Ausbildungen

Wir begannen im Jahr 2010 allen unseren MitarbeiterInnen im Pflegebereich in einem eintägigen Selbsthilfekurs das grundlegende Wissen zu vermitteln. Die große Begeisterung der TeilnehmerInnen animierte uns dazu, diese Selbsthilfekurse auch allen übrigen MitarbeiterInnen zukommen zu lassen. Uns kam hier zugute, dass die Kurskosten als Bildungskosten im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsförderungsprojektes vom FGÖ gefördert wurden.

Einige MitarbeiterInnen organisierten und finanzierten sich zudem selbständig die Teilnahme an weiterführenden Kursen die dann 3 Tage und 5 Tage dauern und schon wesentlich tiefer in die Materie hineinführen. Auch vom Betrieb aus wurden einige aufbauende Fortbildungen angeboten – heuer werden wieder 4 Teilnehmer einen 5-Tages Kurs absolvieren.

Nun konnten wir daran gehen, für spezielle Problemstellungen unserer BewohnerInnen, die passenden Strömsequenzen (halten mehrerer Punkte in bestimmter Reihenfolge) durch unsere JSJ Praktikerin DGKS Barbara Gastager erarbeiten zu lassen.

Die Studie

Die Tatsache, dass weltweit noch keine einzige Forschungsarbeit über die Wirkungsweise von JSJ abgeschlossen werden konnte, weckte unseren Ehrgeiz. In Verbindung mit dem glücklichen Umstand, dass die Schwester unserer JSJ Praktikerin, Fr. Mag. Dr. phil. Angela Gastager (Institut für Forschung, Wissenstransfer und Innovation der Pädagogischen Hochschule Steiermark), sich bereit erklärt hat, die wissenschaftliche Begleitung und die Auswertung der gesammelten Daten zu übernehmen, waren wir wild entschlossen, im Rahmen einer Forschungsstudie die Wirkungsweise von JSJ ans Tageslicht zu bringen.

Die Datenerhebung begann mit einer Befragung von 79 MitarbeiterInnen. Für 27 BewohnerInnen wurden Strömsequenzen geplant und seither von den ausgebildeten MitarbeiterInnen durchgeführt, zwischendurch im Rahmen des Pflegeprozesses auch immer wieder evaluiert und angepasst. Die betreffenden Bewohnerinnen wurden jeweils alle 2 Wochen nach der Strömsequenz befragt, um auch eine mögliche Veränderung sichtbar zu machen. Zusätzlich wurden 4 Mitarbeiterinnen interviewt. Die Auswertung der Daten wurde unter der Leitung von Fr. Angela Gastager mit Unterstützung von Fr. Anna Nebel, die als wissenschaftliche Mitarbeiterin ebenfalls am Forschungsprojekt beteiligt ist, vorgenommen und brachte resümierend folgende Ergebnisse.

Zur allgemeinen Haltung der MitarbeiterInnen:

Es wird eine erfreulich hohe Sicherheit in der Anwendung der Methode mitgeteilt, wobei das Überzeugt sein vom Können der Methode für besonders wichtig erachtet wird.

Die Beziehung zum Bewohner/zur Bewohnerin wird durch das Strömen gefördert, die Zuwendung wirkt sich förderlich aus – interessanterweise auch auf das eigene Befinden der MitarbeiterInnen.

Motivierend ist die Tatsache, dass mit JSJ ein Teil Selbstbestimmung und persönliche Freiheit und damit unmittelbar Lebensqualität dem/der Bewohner/in ermöglicht werden kann.

Zu den Empfindungen der BewohnerInnen:

Die BewohnerInnen erleben das Strömen über den ganzen Datenerfassungszeitraum hinweg als gleichmäßig gut und angenehm, ein gutes Gefühl nach dem Strömen wird von allen Befragten durchgehend mitgeteilt.

Die Effekte des Strömens werden derart beschrieben, dass die Beschwerden aus BewohnerInnensicht nach dem geströmt werden nachlassen und es wird das Bedürfnis mitgeteilt, wieder geströmt zu werden.

Die Empfindung, sich nach dem Strömen aktiver und lebendiger zu fühlen, wird als nicht besonders stark ausgeprägt beschrieben – es geht mehr um Entspannung, Ruhe und Wohlbefinden.

Die Frage, ob nach dem Strömen vermehrt soziale Kontakte gesucht werden, wird tendenziell eher verneint; es ist diesbezüglich keine Veränderung festzustellen.

Das Forschungsprojekt wurde von Fr. Dr. Angela Gastager vom Institut für Forschung, Wissenstransfer und Innovation der Pädagogischen Hochschule Steiermark unter Mitarbeit von Fr. Anna Nebel, B.ed. durchgeführt.

Zuzahlung durch Angehörige

Im November 2008 wurde mit viel Pomp und Trara die Verpflichtung von Kindern, für die Pflege Ihrer Eltern einen Obolus zu leisten, abgeschafft. Mit gemischten Gefühlen verfolgten wir damals diese Vorgänge – geschah diese Maßnahme doch im unmittelbaren Vorfeld der Nationalratswahlen und ohne Einbindung von Spezialisten oder Fachleuten und ohne Konsultation von Gemeinden und Sozialhilfeverbänden, die einen großen Teil der Kosten zu tragen haben.

Sehr rasch zeigte sich, dass die mit der Abschaffung der Zuzahlung durch Angehörige verbundenen Mehrkosten für die öffentlichen Haushalte nicht verkraftbar sind. Nun, 2 ½ Jahre danach, rudern wir zurück und müssen uns wieder mit diesem Thema beschäftigen, weil der Bedarf an Pflegeplätzen explodierte und immer mehr Heime gebaut wurden. Eine „sanfte Erinnerung an den Generationenvertrag“ sollte entstehen – im Volksmund Pflegeregress genannt. Man kann dazu stehen wie man will – letztlich haben wir uns wohl mit der Notwendigkeit der Wiedereinführung von Angehörigenzuzahlungen abzufinden, nicht zuletzt auch deshalb, damit man der Unterhaltsverpflichtung aus dem ABGB entrinnen kann, welche viel teurer für Angehörige kommen würde.

Unter der Überschrift „Pflegeregress“ wurde nun von der zuständigen Landesrätin Mag. Christina Edlinger-Ploder ein Verordnungsentwurf an die zuständigen Stellen verteilt. Dieser Entwurf sieht vor, dass nur Kinder (und in seltenen Fällen auch Eltern) nach Maßgabe ihres eigenen Nettoeinkommens zur Zuzahlung in folgendem Ausmaß verpflichtet werden:

Nettoeinkommen bis 1500 €                                            keine Zuzahlung

Nettoeinkommen 1500 bis 1600 €                                 4,0 % Zuzahlung (60,00 bis 64,00 €)

Nettoeinkommen 1600 bis 1700 €                                 4,5 % Zuzahlung (72,00 bis 76,50 €)

Nettoeinkommen 1700 bis 1800 €                                 5,0 % Zuzahlung (85,00 bis 90,00 €)

Nettoeinkommen 1800 bis 1900 €                                 5,5 % Zuzahlung (99,00 bis 104,50 €)

Nettoeinkommen 1900 bis 2000 €                                 6,0 % Zuzahlung (114,00 bis 120,00 €)

Nettoeinkommen 2000 bis 2100 €                                 6,5 % Zuzahlung (130,00 bis 136,50 €)

Nettoeinkommen 2100 bis 2200 €                                 7,0 % Zuzahlung (147,00 bis 154,00 €)

Nettoeinkommen 2200 bis 2300 €                                 7,5 % Zuzahlung (165,00 bis 172,50 €)

Nettoeinkommen 2300 bis 2400 €                                 8,0 % Zuzahlung (184,00 bis 192,00 €)

Nettoeinkommen 2400 bis 2500 €                                 8,5 % Zuzahlung (204,00 bis 212,50 €)

Nettoeinkommen 2500 bis 2600 €                                 9,0 % Zuzahlung (225,00 bis 234,00 €)

Nettoeinkommen 2600 bis 2700 €                                 9,5 % Zuzahlung (247,00 bis 256,50 €)

Nettoeinkommen über 2700 €                                        10 % Zuzahlung (über 270 €)

Die Zuzahlung durch Eltern für die Pflege von Kindern ist genau gleich geregelt, nur beginnt die Staffelung hier mit einem Prozentsatz von 9 % und steigert sich auf 15 %.

Für alle, die mit Stichtag 31.7.2011 in einem Heim wohnen, gilt diese Regelung ab dem 1.1.2012. Zieht jemand ab 1.8.2011 neu in ein Heim, so gilt die Zuzahlungsregelung sofort mit Eintritt.


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